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Blutdruckmessgeraet zeigt Blutdruckwerte an mit einer uebersichtlichen Wertetabelle
Bluthochdruck (Aktualisiert: 6. Februar 2026)

Blutdruck Normalwerte & Tabelle: Ab wann ist der Blutdruck zu hoch?

Blutdruck Normalwerte nach Alter in uebersichtlicher Tabelle. Erfahren Sie, ab wann Blutdruck zu hoch ist und was systolisch und diastolisch bedeuten.

Aktualisiert: 6. Februar 2026

Medizinisch geprüft

Dieser Artikel wurde von unserem medizinischen Redaktionsteam geprüft und entspricht aktuellen medizinischen Leitlinien. Zuletzt aktualisiert am 6. Februar 2026.

Sie haben gerade Ihren Blutdruck gemessen und fragen sich: Sind meine Werte normal? Diese Frage stellen sich Millionen von Menschen. Rund 49.000 Mal pro Monat wird in Deutschland nach “Blutdruck Normalwerte” und “Blutdruck Tabelle” gesucht.

In diesem Artikel finden Sie alle wichtigen Blutdruckwerte uebersichtlich aufbereitet, erfahren, was systolisch und diastolisch bedeuten, und wissen nach dem Lesen genau, wie Sie Ihre eigenen Werte einordnen.

Blutdruck Normalwerte Tabelle

Die folgende Tabelle zeigt die offizielle Klassifikation der Blutdruckwerte nach den Leitlinien der Europaeischen Gesellschaft fuer Kardiologie (ESC) und der Deutschen Hochdruckliga:

KategorieSystolisch (mmHg)Diastolisch (mmHg)Empfehlung
Optimalunter 120undunter 80Alles bestens
Normal120-129und/oder80-84Regelmaessig pruefen
Hochnormal130-139und/oder85-89Lebensstil anpassen
Bluthochdruck Grad 1140-159und/oder90-99Arzt konsultieren
Bluthochdruck Grad 2160-179und/oder100-109Behandlung noetig
Bluthochdruck Grad 3ab 180und/oderab 110Sofort handeln
Isolierte systolische Hypertonieab 140undunter 90Arzt konsultieren

So lesen Sie die Tabelle: Es genuegt, wenn EINER der beiden Werte erhoehte Schwellenwerte erreicht. Wenn Ihr systolischer Wert beispielsweise 155 mmHg betraegt und der diastolische bei 88 mmHg liegt, werden Sie in die hoehere Kategorie (Grad 1) eingestuft.

Systolisch und Diastolisch: Was bedeutet das?

Wenn Ihr Blutdruck gemessen wird, erhalten Sie immer zwei Zahlen, zum Beispiel 120/80 mmHg. Diese beiden Werte beschreiben zwei unterschiedliche Phasen des Herzschlags:

Der systolische Wert (obere Zahl)

Der systolische Wert misst den Druck in Ihren Arterien in dem Moment, wenn sich das Herz zusammenzieht und Blut in den Kreislauf pumpt. Das ist der hoechste Druck, der in Ihren Gefaessen entsteht. Deshalb ist der systolische Wert immer die groessere der beiden Zahlen.

Warum ist er wichtig? Der systolische Wert steigt mit dem Alter tendenziell an, weil die Gefaesse an Elastizitaet verlieren. Er ist besonders aussagekraeftig fuer das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, vor allem bei Menschen ueber 50.

Der diastolische Wert (untere Zahl)

Der diastolische Wert misst den Druck, wenn das Herz sich entspannt und sich erneut mit Blut fuellt. Das ist der niedrigste Druck in Ihren Gefaessen zwischen zwei Herzschlaegen. Er sagt etwas darueber aus, wie hoch der Dauerdruck in Ihren Arterien ist.

Warum ist er wichtig? Ein erhoehter diastolischer Wert ist besonders bei juengeren Menschen ein wichtiger Hinweis auf Bluthochdruck. Er zeigt an, dass die Gefaesse auch in der Ruhephase des Herzens unter zu hohem Druck stehen.

Was bedeutet mmHg?

Die Masseinheit “mmHg” steht fuer “Millimeter Quecksilbersaeule”. Sie stammt aus der Zeit, als Blutdruck mit Quecksilbersaeulen gemessen wurde. Auch wenn heute elektronische Geraete zum Einsatz kommen, ist die Einheit geblieben.

Blutdruckwerte nach Alter

Der Blutdruck veraendert sich im Laufe des Lebens. Die folgenden Richtwerte zeigen, welche Blutdruckwerte in verschiedenen Altersgruppen als normal gelten:

Kinder und Jugendliche

AlterSystolisch (mmHg)Diastolisch (mmHg)
1-5 Jahre95-11055-70
6-12 Jahre100-12060-80
13-17 Jahre110-13065-85

Bei Kindern werden die Normalwerte anhand von Alter, Geschlecht und Koerpergroesse bestimmt. Erhoehte Werte im Kindesalter sollten immer aerztlich abgeklaert werden.

Erwachsene nach Altersgruppe

AltersgruppeOptimaler BereichNoch normalBehandlung empfohlen ab
18-39 Jahreunter 120/80bis 130/85ab 140/90
40-59 Jahreunter 120/80bis 135/85ab 140/90
60-79 Jahreunter 130/80bis 140/90ab 150/90*
Ab 80 Jahreunter 140/90bis 150/90ab 160/90*

*Bei aelteren Menschen werden teilweise hoehere Zielwerte akzeptiert, insbesondere wenn Nebenwirkungen der Therapie problematisch sind. Die individuellen Zielwerte legt Ihr Arzt fest.

Wichtig zu wissen: Die Tatsache, dass der Blutdruck mit dem Alter natuerlich ansteigt, bedeutet nicht, dass hohe Werte harmlos sind. Auch im Alter schaden zu hohe Blutdruckwerte den Organen.

Blutdruck in der Schwangerschaft

Waehrend der Schwangerschaft gelten besondere Grenzwerte. Werte ueber 140/90 mmHg muessen aerztlich ueberwacht werden, da sie auf eine Schwangerschaftshypertonie oder Praeeklampsie hinweisen koennen. Mehr dazu in unserem Artikel zu Bluthochdruck in der Schwangerschaft.

Ab wann ist Blutdruck zu hoch?

Die kurze Antwort: Ab 140/90 mmHg spricht man offiziell von Bluthochdruck. Aber es gibt wichtige Nuancen:

Die Grauzone: Hochnormaler Blutdruck (130-139/85-89 mmHg)

Werte in diesem Bereich sind noch kein Bluthochdruck im engeren Sinne, aber ein deutliches Warnsignal. Studien zeigen, dass bereits hochnormale Werte das Risiko fuer Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhoehen. Hier sollten Sie aktiv gegensteuern, etwa durch Lebensstilaenderungen wie mehr Bewegung, weniger Salz und Stressabbau.

Grad 1: Leichter Bluthochdruck (140-159/90-99 mmHg)

Viele Aerzte beginnen hier zunaechst mit einer Lebensstilberatung. Wenn sich die Werte nach drei bis sechs Monaten nicht bessern oder zusaetzliche Risikofaktoren vorliegen, werden Medikamente empfohlen.

Grad 2: Mittlerer Bluthochdruck (160-179/100-109 mmHg)

In diesem Bereich wird in der Regel sofort eine medikamentoese Therapie eingeleitet, ergaenzt durch Lebensstilaenderungen.

Grad 3: Schwerer Bluthochdruck (ab 180/110 mmHg)

Hier ist schnelles Handeln gefragt. Werte in diesem Bereich erfordern eine sofortige aerztliche Behandlung. Bei akuten Symptomen wie starken Kopfschmerzen, Brustschmerzen oder Sehstoerungen rufen Sie den Notarzt (112).

Isolierte systolische Hypertonie

Bei aelteren Menschen steigt haeufig nur der obere Wert an, waehrend der untere normal bleibt, zum Beispiel 160/75 mmHg. Diese Form ist besonders haeufig ab 60 Jahren und erhoht das Schlaganfall-Risiko. Sie ist ebenso behandlungsbeduerftig wie eine “klassische” Hypertonie.

Blutdruck Kategorien (WHO)

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die International Society of Hypertension (ISH) verwenden eine leicht vereinfachte Einteilung, die im Wesentlichen mit der europaeischen Klassifikation uebereinstimmt:

WHO-KategorieWerteRisiko
Normaler Blutdruckunter 130/85Gering
Hochnormaler Blutdruck130-139/85-89Leicht erhoht
Hypertonie Stufe 1140-159/90-99Moderat
Hypertonie Stufe 2160-179/100-109Hoch
Hypertonie Stufe 3ab 180/110Sehr hoch

Was bedeutet Ihr persoenliches Risiko?

Der Blutdruckwert allein bestimmt nicht Ihr gesamtes Herz-Kreislauf-Risiko. Ihr Arzt beruecksichtigt weitere Faktoren:

  • Alter und Geschlecht
  • Cholesterinwerte
  • Raucherstatus
  • Diabetes
  • Familienaere Vorbelastung
  • Bestehende Organschaeden

Deshalb kann es sein, dass bei gleichem Blutdruckwert die eine Person zunaechst beobachtet wird, waehrend eine andere sofort Medikamente benoetigt.

Schwankungen im Tagesverlauf

Ihr Blutdruck ist kein fester Wert. Er schwankt im Laufe des Tages ganz natuerlich:

  • Morgens steigt der Blutdruck nach dem Aufwachen an (morgendlicher Blutdruckanstieg)
  • Vormittags erreicht er oft seinen Tageshochstwert
  • Nachmittags kann er leicht absinken
  • Abends sinkt er normalerweise wieder
  • Nachts ist der Blutdruck am niedrigsten (naechtliches “Dipping”)

Normaler Schwankungsbereich: Unterschiede von 10-20 mmHg im Tagesverlauf sind voellig normal. Auch Stress, koerperliche Aktivitaet, Kaffee oder ein voller Magen koennen den Blutdruck kurzfristig erhoehen.

Deshalb ist eine einzelne Messung wenig aussagekraeftig. Fuer eine zuverlaessige Beurteilung sollten Sie Ihren Blutdruck ueber mehrere Tage zu verschiedenen Zeiten messen. Wie Sie dabei vorgehen, erklaeren wir im Artikel Blutdruck richtig messen.

Wann zum Arzt?

Suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn:

  • Ihr Blutdruck bei Eigenmessungen wiederholt ueber 140/90 mmHg liegt
  • Sie erstmals einen hochnormalen Wert (130-139/85-89) feststellen
  • Ihre Werte stark schwanken oder ploetzlich deutlich ansteigen
  • Sie Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Nasenbluten oder Sehstoerungen bemerken

Notfall (112 rufen): Suchen Sie sofortige Hilfe bei Werten ueber 230/130 mmHg oder bei ploetzlichen starken Brustschmerzen, Atemnot, Laehmungserscheinungen, Sprachstoerungen oder Bewusstseinstruebung.

Denken Sie daran: Bluthochdruck ist sehr gut behandelbar. Erfahren Sie in unserem umfassenden Ratgeber, welche 15 wirksamen Methoden den Blutdruck senken.

FAQ: Haeufige Fragen zu Blutdruckwerten

Ab welchem Blutdruck hat man Bluthochdruck?

Offiziell spricht man ab Werten von 140/90 mmHg von Bluthochdruck (Hypertonie Grad 1). Bereits Werte im Bereich 130-139/85-89 mmHg gelten als “hochnormal” und sollten ernst genommen werden. Bei Diabetes oder Nierenerkrankungen koennen die Grenzwerte strenger sein.

Was ist ein normaler Blutdruck nach Alter?

Fuer Erwachsene bis 60 Jahre gilt ein Blutdruck unter 120/80 mmHg als optimal. Werte bis 130/85 mmHg sind normal. Mit zunehmendem Alter steigt der Blutdruck natuerlich etwas an. Bei Menschen ueber 80 Jahren werden Werte bis 150/90 mmHg teils noch als akzeptabel betrachtet, sofern keine weiteren Risikofaktoren vorliegen.

Blutdruck 150 zu 90: Ist das gefaehrlich?

Ein Blutdruck von 150/90 mmHg entspricht einer Hypertonie Grad 1. Das ist zwar noch kein Notfall, aber behandlungsbeduerftig. Unbehandelt erhoht ein solcher Wert ueber Jahre das Risiko fuer Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt ueber Lebensstilaenderungen und eine moegliche medikamentoese Therapie.

Was bedeutet ein grosser Unterschied zwischen systolisch und diastolisch?

Ein grosser Abstand zwischen dem oberen und dem unteren Wert (zum Beispiel 170/70 mmHg, also eine Differenz von 100) wird als erhoehter Pulsdruck bezeichnet. Er deutet auf steife Arterien hin und ist besonders bei aelteren Menschen haeufig. Ein Pulsdruck ueber 60 mmHg gilt als erhoehtes Risiko fuer Herz-Kreislauf-Ereignisse und sollte aerztlich beurteilt werden.

Wann ist der Blutdruck am hoechsten?

Der Blutdruck ist typischerweise morgens kurz nach dem Aufwachen am hoechsten. Dieser sogenannte morgendliche Blutdruckanstieg ist normal, kann aber bei Menschen mit Bluthochdruck besonders stark ausfallen. Deshalb empfehlen Aerzte, den Blutdruck morgens vor der Medikamenteneinnahme zu messen, um die Wirksamkeit der Therapie zu beurteilen.

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