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Gestresster Mann am Schreibtisch als Symbol fuer Bluthochdruck durch Stress
Bluthochdruck (Aktualisiert: 6. Februar 2026)

Bluthochdruck Ursachen: Was den Blutdruck in die Hoehe treibt

Bluthochdruck Ursachen im Ueberblick: Von Stress und Ernaehrung bis Vererbung. Erfahren Sie, welche Risikofaktoren Sie beeinflussen koennen und welche nicht.

Aktualisiert: 6. Februar 2026

Medizinisch geprüft

Dieser Artikel wurde von unserem medizinischen Redaktionsteam geprüft und entspricht aktuellen medizinischen Leitlinien. Zuletzt aktualisiert am 6. Februar 2026.

Warum habe ich Bluthochdruck? Diese Frage stellen sich rund 10.000 Menschen jeden Monat in Deutschland. Die Antwort ist selten einfach, denn bei den meisten Betroffenen gibt es nicht die eine Ursache. Stattdessen wirken mehrere Faktoren zusammen.

Die gute Nachricht: Viele der wichtigsten Ursachen lassen sich beeinflussen. In diesem Artikel erfahren Sie, was Ihren Blutdruck in die Hoehe treiben kann, welche Risikofaktoren Sie aendern koennen und wann eine Grunderkrankung hinter dem hohen Blutdruck steckt.

Ursachen fuer Bluthochdruck

Bei rund 90 Prozent aller Betroffenen laesst sich keine einzelne Ursache finden. Aerzte sprechen dann von primaerer oder essentieller Hypertonie. Hier spielen Erbanlagen, Lebensstil und Umweltfaktoren zusammen.

Bei den uebrigen 10 Prozent liegt eine bestimmte Grunderkrankung vor, die den Blutdruck erhoht. Das ist die sekundaere Hypertonie, bei der die Behandlung der Ursache oft den Blutdruck normalisieren kann.

Beeinflussbare Risikofaktoren

Das Ermutigende vorweg: Die wichtigsten Risikofaktoren fuer Bluthochdruck sind solche, die Sie aktiv veraendern koennen. Studien zeigen, dass Lebensstilaenderungen den Blutdruck um 5-15 mmHg senken koennen, manchmal sogar mehr.

Uebergewicht und Bauchfett

Uebergewicht ist einer der staerksten beeinflussbaren Risikofaktoren. Jedes Kilogramm Koerpergewicht erhoht den Blutdruck im Durchschnitt um etwa 1-2 mmHg. Besonders gefaehrlich ist das Bauchfett (viszerales Fett), denn es produziert Entzuendungsstoffe und Hormone, die den Blutdruck direkt beeinflussen.

Die Zahlen: Menschen mit Adipositas (BMI ueber 30) haben ein 3- bis 5-fach erhoehtes Risiko fuer Bluthochdruck. Bereits eine Gewichtsreduktion von 5-10 Prozent kann den Blutdruck deutlich senken.

Salzreiche Ernaehrung

Kochsalz (Natriumchlorid) bindet Wasser im Koerper. Mehr Salz bedeutet mehr Blutvolumen und damit mehr Druck auf die Gefaesswaende. Die Deutsche Gesellschaft fuer Ernaehrung empfiehlt maximal 6 Gramm Salz pro Tag. Der tatsaechliche Konsum in Deutschland liegt bei durchschnittlich 8-10 Gramm.

Versteckte Salzquellen: Etwa 75 Prozent des Salzes nehmen wir nicht ueber den Salzstreuer auf, sondern ueber verarbeitete Lebensmittel: Brot, Wurst, Kaese, Fertiggerichte und Snacks.

Wie Sie Ihre Ernaehrung bei Bluthochdruck optimal anpassen, erfahren Sie in unserem Artikel zur Ernaehrung bei Bluthochdruck.

Bewegungsmangel

Koerperliche Inaktivitaet erhoht das Bluthochdruck-Risiko um 30-50 Prozent. Regelmaessige Bewegung hingegen trainiert nicht nur das Herz, sondern verbessert auch die Elastizitaet der Gefaesse und hilft beim Stressabbau.

Die Empfehlung: Mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche, zum Beispiel 30 Minuten zuegiges Gehen an 5 Tagen. Schon 3 Mal pro Woche 30 Minuten Ausdauersport koennen den Blutdruck um 5-8 mmHg senken.

Alkoholkonsum

Regelmaessiger Alkoholkonsum erhoht den Blutdruck dosisabhaengig. Wer taeglich mehr als 2 alkoholische Getraenke trinkt, hat ein deutlich erhoehtes Risiko. Alkohol stimuliert das sympathische Nervensystem, erhoht die Herzfrequenz und beeintraechtigt die Gefaessregulation.

Die Grenzen:

  • Maenner: Maximal 2 Standardgetraenke pro Tag (ca. 0,5l Bier oder 0,25l Wein)
  • Frauen: Maximal 1 Standardgetraenk pro Tag
  • Mindestens 2 alkoholfreie Tage pro Woche

Eine Reduktion des Alkoholkonsums kann den systolischen Blutdruck um 2-4 mmHg senken.

Rauchen

Rauchen erhoht nicht nur kurzfristig den Blutdruck (jede Zigarette treibt den Druck fuer 20-30 Minuten nach oben), sondern schaedigt auch langfristig die Gefaesswaende. Die Folge: Die Arterien werden steifer und enger, was den Blutdruck dauerhaft erhoht.

Rauchen und Bluthochdruck zusammen potenzieren das Risiko fuer Herz-Kreislauf-Erkrankungen enorm. Wer mit dem Rauchen aufhoert, kann sein Risiko bereits innerhalb von 2-5 Jahren deutlich reduzieren.

Ungesunde Ernaehrung

Neben dem Salzgehalt spielen auch andere Ernaehrungsfaktoren eine Rolle:

  • Zu wenig Kalium: Kalium wirkt als natuerlicher Gegenspieler von Natrium. Es ist reichlich in Obst, Gemuese, Nuessen und Huelsenfruechten enthalten.
  • Zu wenig Ballaststoffe: Ballaststoffreiche Ernaehrung senkt den Blutdruck nachweislich.
  • Zu viel Zucker: Uebermaeessiger Zuckerkonsum kann Uebergewicht und Insulinresistenz foerdern, was den Blutdruck erhoht.
  • Zu wenig Magnesium: Magnesiummangel kann die Gefaessregulation beeintraechtigen.

Die DASH-Diaet (Dietary Approaches to Stop Hypertension) fasst die wichtigsten Ernaehrungsprinzipien bei Bluthochdruck zusammen. Mehr dazu in unserem Ernaehrungsratgeber.

Nicht beeinflussbare Risikofaktoren

Manche Risikofaktoren fuer Bluthochdruck koennen Sie leider nicht veraendern. Aber es ist wichtig, sie zu kennen, denn wenn mehrere nicht beeinflussbare Faktoren auf Sie zutreffen, sollten Sie die beeinflussbaren umso konsequenter angehen.

Alter

Mit zunehmendem Alter verlieren die Blutgefaesse an Elastizitaet. Sie werden steifer, der Blutdruck steigt. Ab dem 50. Lebensjahr steigt die Haeufigkeit von Bluthochdruck deutlich an. Bei Menschen ueber 70 sind mehr als 60 Prozent betroffen.

Genetische Veranlagung

Bluthochdruck hat eine starke erbliche Komponente. Wenn beide Eltern Bluthochdruck haben, liegt das eigene Risiko bei etwa 50-60 Prozent. Studien haben mittlerweile ueber 100 Gene identifiziert, die den Blutdruck beeinflussen.

Wichtig: Eine genetische Veranlagung bedeutet nicht, dass Sie zwangslaeufig Bluthochdruck bekommen. Durch einen gesunden Lebensstil koennen Sie das Risiko deutlich reduzieren, auch wenn Sie familiaeraer vorbelastet sind.

Geschlecht

Bis zum 50. Lebensjahr sind Maenner haeufiger von Bluthochdruck betroffen. Der Grund: Oestrogen schuetzt die Gefaesse. Nach den Wechseljahren faellt dieser Schutz weg, und die Rate bei Frauen steigt stark an.

Ethnische Herkunft

Studien zeigen, dass Menschen afrikanischer Herkunft ein erhoehtes Risiko fuer Bluthochdruck haben und haeufiger schwere Verlaeufe entwickeln. Die Gruende sind nicht vollstaendig geklaert, scheinen aber sowohl genetische als auch soziale Faktoren zu umfassen.

Sekundaere Hypertonie

Bei etwa 10 Prozent der Betroffenen steckt eine konkrete Erkrankung hinter dem hohen Blutdruck. Diese Form zu erkennen ist wichtig, denn die Behandlung der Grunderkrankung kann den Blutdruck oft normalisieren.

Nierenerkrankungen

Die Nieren spielen eine zentrale Rolle bei der Blutdruckregulation. Sie steuern den Wasser- und Salzhaushalt und produzieren das blutdruckregulierende Hormon Renin. Nierenerkrankungen sind die haeufigste Ursache fuer sekundaere Hypertonie.

Moegliche Nierenprobleme:

  • Nierenarterienstenose (Verengung der Nierenarterien)
  • Chronische Niereninsuffizienz
  • Zystennieren
  • Nierenentzuendung (Glomerulonephritis)

Hormonstoerungen

Verschiedene Hormonstoerungen koennen den Blutdruck erhoehen:

  • Schilddruesenueberfunktion (Hyperthyreose): Beschleunigt den Stoffwechsel und erhoht die Herzfrequenz
  • Conn-Syndrom (primaerer Hyperaldosteronismus): Zu viel Aldosteron fuehrt zu Wasser- und Salzretention
  • Cushing-Syndrom: Zu viel Cortisol erhoht den Blutdruck
  • Phaeochromozytom: Tumor der Nebenniere, der Adrenalin und Noradrenalin produziert

Schlafapnoe

Obstruktive Schlafapnoe, gekennzeichnet durch Atemaussetzer waehrend des Schlafs, ist eine haeufig unterschaetzte Ursache fuer Bluthochdruck. Bei jedem Atemaussetzer sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut, was zu einer Stressreaktion des Koerpers fuehrt. Typische Hinweise: lautes Schnarchen, Tagesmuedigkeit und morgendlicher Bluthochdruck.

Medikamente und Substanzen

Bestimmte Medikamente koennen den Blutdruck erhoehen:

  • Schmerzmittel (NSAR): Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen
  • Hormonelle Verhuetung: Die Anti-Baby-Pille kann den Blutdruck erhoehen
  • Kortison: Bei laengerfristiger Einnahme
  • Abschwellende Nasensprays: Bei Uebergebrauch
  • Bestimmte Antidepressiva (z. B. SNRI)
  • Illegale Drogen: Kokain, Amphetamine

Wenn Sie regelmaessig eines dieser Medikamente einnehmen und einen erhoehten Blutdruck feststellen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darueber.

Stress und Bluthochdruck

Die Rolle von Stress bei Bluthochdruck verdient besondere Aufmerksamkeit, denn Stress ist fuer viele Menschen einer der groessten und gleichzeitig am meisten unterschaetzten Risikofaktoren.

Wie Stress den Blutdruck erhoht

Unter Stress schuettet der Koerper Adrenalin und Cortisol aus. Diese Stresshormone bewirken:

  • Erhoehung der Herzfrequenz
  • Verengung der Blutgefaesse
  • Erhoehung des Blutdrucks
  • Aktivierung des sympathischen Nervensystems

Das ist kurzfristig eine sinnvolle Reaktion des Koerpers (“Kampf-oder-Flucht-Reaktion”). Problematisch wird es, wenn der Stress chronisch wird und der Koerper permanent im Alarmzustand verharrt.

Chronischer Stress als Dauerbrenner

Chronischer Stress kann den Blutdruck auf zwei Wegen dauerhaft erhoehen:

  1. Direkt: Durch eine dauerhafte Aktivierung des sympathischen Nervensystems und erhoehte Cortisolspiegel
  2. Indirekt: Durch stressbedingte Verhaltensweisen wie uebermaeessiges Essen, Alkoholkonsum, Rauchen und Bewegungsmangel

Studien zeigen, dass Menschen mit chronischem Arbeitsstress ein 1,5- bis 2-fach erhoehtes Risiko fuer Bluthochdruck haben. Auch private Belastungen, soziale Isolation und Schlafmangel tragen dazu bei.

Was hilft gegen Stress?

  • Regelmaessige Bewegung: Der effektivste natuerliche Stresskiller
  • Entspannungstechniken: Progressive Muskelentspannung, Meditation, Atemtraining
  • Ausreichend Schlaf: 7-8 Stunden pro Nacht
  • Soziale Kontakte: Stabile Beziehungen puffern Stress ab
  • Grenzen setzen: Lernen, Nein zu sagen und Prioritaeten zu setzen

Mehr Strategien finden Sie in unserem umfassenden Ratgeber zum Blutdruck senken.

FAQ: Haeufige Fragen zu Bluthochdruck Ursachen

Was ist die haeufigste Ursache fuer Bluthochdruck?

Bei 90 Prozent der Betroffenen gibt es keine einzelne Ursache (primaere Hypertonie). Stattdessen wirken mehrere Faktoren zusammen: genetische Veranlagung, Uebergewicht, salzreiche Ernaehrung, Bewegungsmangel, Stress und Alter. Die haeufigste identifizierbare Ursache bei sekundaerer Hypertonie sind Nierenerkrankungen.

Kann Stress dauerhaft Bluthochdruck verursachen?

Ja, chronischer Stress kann dauerhaft den Blutdruck erhoehen. Er wirkt direkt ueber Stresshormone, die Herz und Gefaesse belasten, und indirekt ueber unguenstiges Verhalten wie Ueberessen und Bewegungsmangel. Stressbewaeltigung ist daher ein wichtiger Baustein der Bluthochdruck-Therapie.

Ist Bluthochdruck vererbbar?

Ja, Bluthochdruck hat eine starke erbliche Komponente. Wenn ein Elternteil Bluthochdruck hat, liegt das eigene Risiko bei etwa 30 Prozent. Bei beiden Eltern steigt es auf 50-60 Prozent. Allerdings bedeutet eine genetische Veranlagung nicht, dass man zwangslaeufig erkrankt. Ein gesunder Lebensstil kann das Risiko erheblich senken.

Warum habe ich ploetzlich hohen Blutdruck?

Ein ploetzlicher Blutdruckanstieg kann verschiedene Ursachen haben: akuter Stress, Schmerzen, zu viel Koffein oder Alkohol, bestimmte Medikamente, Schlafmangel oder eine neue Erkrankung. Bei wiederholten Spitzen sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um sekundaere Ursachen wie Schilddruesen- oder Nierenprobleme auszuschliessen.

Kann Alkohol Bluthochdruck verursachen?

Ja, regelmaessiger uebermaeessiger Alkoholkonsum erhoht den Blutdruck nachweislich. Wer taeglich mehr als 2 Standardgetraenke konsumiert, hat ein deutlich erhoehtes Risiko. Die gute Nachricht: Eine Reduktion des Alkoholkonsums senkt den Blutdruck relativ schnell, messbare Verbesserungen zeigen sich oft schon innerhalb weniger Wochen.

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